Nichts gegen Wohnen

Im Sommer 2009 hat sich eine Gruppe bestehend aus ArchitektInnen, StadtforscherInnen, KünstlerInnen, Anthropologen, einem Instrumentenbauer und einem Möbeldesignspezialisen mit und ohne Migrationshintergrund zusammengefunden, um sich dem Thema „Wohnen“ im sozialpolitischen Kontext zu widmen.

Der Verein “Was wohnst du” wurde gegründet.

Ziel der Gruppe ist es, zeitgenössisches Wohnen in Wien zu analysieren und in all seinen Aspekten – vor allem hinsichtlich in der Gesellschaft bestehender Vorurteile – zu reflektieren.

Ausgangspunkt ist ein EU-Projekt „2050-Culture of Living“ von Nariman Mansouri, der Interessierte in Österreich mit Einwegkameras ausstattete und sie bat alles festzuhalten, was für sie zu Hause bedeutet. Teile seiner Sammlung stellte er der Gruppe „Was wohnst Du“ zur Verfügung.

Wie andere wohnen, ist oft mit Vorurteilen verhaftet. Daher war es das Ziel der Gruppe verschiedene Konzepte zum Thema Heimat und Wohnen zu reflektieren und Selbstreflexionen bei den BetrachterInnen zu provozieren. Von den Bildern ausgehend, thematisierte das Projekt die Vorurteile, die wir alle haben, wenn wir an das Wohnen „anderer“ denken. Hierzu sind Elemente, die in den Fotos auftauchen, seien es thematische Gemeinsamkeiten oder auch einzelne Gegenstände, heraus gefiltert worden, um auf diese zu reagieren. Mittels verschiedener Sprachen, wie z.B. Installationen, der Rekontextualisierung einzelner Objekte oder Performances entstand ein Dialog mit den Fotos. Dieser war gedacht um die Situationen ergänzen, mehr dazu erzählen, Vorurteile betonen oder diese ganz auflösen.

Die geschaffenen Objekte wurden in einer teilweise möblierten, aber unbewohnten Wohnung im Rahmen von Doho in Ottakring zugänglich gemacht. Der neu geschaffene Raum wurde mit Diskussionen und Aktionen bespielt, um Themen wie Vorurteile, Rassismus und Ausgrenzung zu behandeln.